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Österreich, Saudi-Arabien und Spanien sprechen sich gegen den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt aus

24 September 2014
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Die beklagenswerte Gewalt und die humanitäre Krise in Nordirak und Syrien und auch in anderen Teilen der Welt erfordert eine gemeinsame Reaktion. Als Beitrag zur Schaffung einer vereinten internationalen Front für Frieden in diesen Regionen haben die Außenminister der Republik Österreich, des Königreichs Saudi-Arabien und des Königreichs Spanien heute eine Erklärung unterzeichnet, die den Dialog als Weg zu dauerhaftem Frieden und sozialem Zusammenhalt herausstellt.

Sebastian Kurz, Außenminister von Österreich, Saud Al-Faisal, Außenminister von Saudi-Arabien, Gonzalo de Benito Secades, stellvertretender Außenminister von Spanien und Hochwürden Vater Miguel Angel Ayuso Guixot als Vertreter des Heiligen Stuhls als beobachtendes Gründungsmitglied unterzeichneten die Erklärung am 25. September 2014 im Rahmen eines Ministertreffens in New York. Die Erklärung enthält eine Feststellung der KAICIID-Grundsätze und wurde auch vom multireligiösen KAICIID-Vorstand, in dem Abgesandte der großen Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum vertreten sind, einstimmig angenommen.

Die Erklärung beschreibt die Verantwortlichkeiten des Zentrums, der religiösen Würdenträger und der gesamten internationalen Gemeinschaft beim Auftreten gewalttätiger Konflikte, insbesondere wenn Leben und Existenzgrundlagen in Gefahr sind. Die Erklärung verurteilt Gewaltkonflikte weltweit, insbesondere die Anwendung von Gewalt im Namen der Religion. KAICIID bedauert den Verlust von Menschenleben und lobt diejenigen, die sich für eine Minderung des Leids einsetzen und für Wohlergehen, Harmonie und Frieden eintreten.

Außenminister Kurz sagte: „Die abscheuliche Gewalt in Nordirak, Syrien, Nigeria und an vielen anderen Orten unterstreicht, dass interreligiöser und interkultureller Dialog wichtiger sind als je zuvor. Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine Alternative zum Dialog gibt. Es ist unsere Verpflichtung, alles zu tun, um Gewalt im Namen der Religion zu verhindern.“

Seine königliche Hoheit Prinz Saud Al-Faisal, Außenminister des Königreichs Saudi-Arabien, lobte die entscheidende Rolle von KAICIID bei der Verbreitung einer Kultur des Friedens und des Brückenbaus für Kommunikation und Koexistenz durch wichtige Aktivitäten, Initiativen und Anstrengungen auf Grundlage gemeinsamer menschlicher Werte. Er wünsche dem Dialogzentrum weiterhin Erfolg als Diener der Anhänger der verschiedenen Religionen und Kulturen für das Wohl einer friedlichen Welt.

Staatssekretär de Benito unterstrich, dass interreligiöser Dialog zum Abbau von Spannungen durch die Beseitigung von tieferliegenden Konfliktursachen beitragen kann. Der Dialog innerhalb und zwischen Religionen könne ein Werkzeug zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung sein und friedliches Zusammenleben und Zusammenarbeit bei gemeinsamen Problemen fördern. Es wies auf die Tradition des Dialogs zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen in Spanien in der Vergangenheit und heute mit den Gemeinschaften der Einwanderer hin.

KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar sagte dazu: „Der Dialog ist das beste Instrument zur Schaffung von Vertrauen, das wiederum zur Versöhnung führt. Der Dialog kann Angst und sogar Hass nachhaltig durch Verständnis füreinander ersetzen. Der Dialog kann Respekt zwischen den Anhängern verschiedener Religionen und den Angehörigen verschiedener Kulturen schaffen und stärken.“ Das unterzeichnete Originaldokument wird archiviert und im KAICIID-Hauptsitz in Wien ausgestellt.

Der vollständige Text der KAICIID-Grundsatzerklärung mit dem Titel „In the Face of Conflict“ lautet folgendermaßen: Das Internationale König Abdullah-Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog erklärt Folgendes im Hinblick auf Konflikte: Wir glauben an die Heiligkeit des Lebens und die angeborene Würde des Menschen Wir glauben, dass Religion zu Respekt und Versöhnung beiträgt Wir glauben, dass ein Dialog zwischen Menschen verschiedener Religionen und Kulturen den Weg für lang anhaltenden Frieden und sozialen Zusammenhalt bereitet. Wir bekräftigen die Ziele und Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Diese Rechte sind für alle Mitglieder der Familie der Menschheit gleich und unabdingbar; sie bilden das Fundament für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt.

Wir verurteilen gewalttätige Konflikte auf der Welt, vor allem Gewalt, die im Namen der Religion verübt wird, und fordern ein Ende gewalttätiger Feindseligkeit. Wir missbilligen den Verlust von Leben und loben diejenigen, die sich für weniger Leid oder für das Wohl der Menschen, für Harmonie und Frieden einsetzen. Wir widersetzen uns der Instrumentalisierung von Religion zur Kriegsführung. Wir verurteilen Terrorismus in all seinen Formen und Erscheinungen aufs Schärfste, unabhängig davon, wer ihn ausübt, wo und mit welchem Ziel er ausgeübt wird. Wir verurteilen außerdem Hasspredigten und Extremismus, die zu Gewalt anspornen und Vorurteile stärken.

KAICIID bekämpft Vorurteile und Intoleranz jedweder Form. Wir werden handeln. KAICIID setzt sich gegen den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Unterdrückung, Gewalt und Konflikten ein und fördert friedliche Lösungen, indem Konfliktparteien an den Gesprächstisch gebracht werden. Wir werden weiterhin den interreligiösen und interkulturellen Dialog stärken, um Respekt, Verständnis und Zusammenarbeit aller Menschen zu fördern. Wir sind entschlossen, den gegenseitigen Respekt voreinander und das Verständnis der Anhänger aller Religionen und der Völker aller Kulturen füreinander zu fördern, und zwar vor allem durch einen Dialog. Wir sollten einander als Brüder und Schwestern sehen und Unterschiede vielmehr als Bereicherung sehen anstatt „Andersartigkeit“ als Bedrohung zu fürchten.