Das erneuerte Memorandum of Understanding und ein hochrangiger Gipfel in Addis Abeba markieren zehn Jahre formeller Zusammenarbeit und signalisieren einen stärker strukturierten, kontinentweiten Ansatz für dialogorientierte Friedensförderung.
Zehn Jahre nach ihrer ersten formellen Vereinbarung unterzeichneten das Internationale Dialogzentrum KAICIID und die Kommission der Afrikanischen Union (AUC) am 20. April 2026 im AU-Hauptquartier in Addis Abeba, Äthiopien, eine erneuerte Absichtserklärung, die die Rahmenbedingungen für eine vertiefte, strukturiertere Phase der Zusammenarbeit in den Bereichen interreligiöser Dialog, sozialer Zusammenhalt und Konfliktprävention in ganz Afrika definiert.
Anwesend waren die stellvertretende Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Botschafterin Selma Malika Haddadi, und der amtierende Generalsekretär des Internationalen Dialogzentrums KAICIID, Botschafter António de Almeida Ribeiro.
„Die Herausforderungen für Frieden und Sicherheit in Afrika lassen sich nicht allein durch politische Rahmenbedingungen lösen. Die Gemeinschaften genießen Vertrauen, und religiöse Führer verfügen über Einfluss. Wenn diese Akteure befähigt und unterstützt werden, kommt es zu echten Veränderungen“, erklärte Botschafter António de Almeida Ribeiro. „Diese Partnerschaft mit der Kommission der Afrikanischen Union baut auf diesen greifbaren Ergebnissen auf und verwandelt den Dialog von einem abstrakten Konzept in echte Veränderungen, die auf der Ebene der Gemeinschaften stattfinden“, führte der amtierende Generalsekretär von KAICIID aus.
„Die Kommission der Afrikanischen Union schätzt diese Partnerschaft sehr, da sie unsere gemeinsamen Bemühungen zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses, zur Konfliktprävention und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften im Einklang mit der Agenda 2063 untermauert. Der Dialog spielt nach wie vor eine zentrale Rolle beim Aufbau eines friedlichen und geeinten Afrikas, und diese Zusammenarbeit stärkt unsere Fähigkeit, diese Vision vor Ort in die Tat umzusetzen“, erklärte Botschafterin Selma Malika Haddadi, stellvertretende Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union.
Die erste Absichtserklärung stammt aus dem Jahr 2013. Seitdem haben die beiden Organisationen gemeinsam das Forum für interreligiösen Dialog der Afrikanischen Union neu belebt und es in Nigeria (2016), im Tschad (2018), in Ruanda (2023) und in Namibia (2025) abgehalten, wodurch ein strukturierter kontinentaler Raum geschaffen wurde, in dem religiöse Führungspersönlichkeiten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie die Zivilgesellschaft direkt über Frieden und Sicherheit diskutieren.
Vor Ort hat das Afrika-Programm von KAICIID dafür gesorgt, dass die praktische Arbeit noch weiter vorangetrieben wurde. In der Zentralafrikanischen Republik hat KAICIID lokale Friedens- und Versöhnungskomitees sowie Strukturen für den interreligiösen Dialog in Gemeinden unterstützt, die unter langwierigen Konflikten leiden. In Nigeria trug es dazu bei, das Interfaith Dialogue Forum for Peace (IDFP) zum Thema kommunale Frühwarnsysteme wiederaufleben zu lassen, und unterstützt nun den interreligiösen Dialog im Vorfeld der Wahlen 2027. Im Norden Mosambiks hat es den innergemeinschaftlichen Dialog in der von Konflikten betroffenen Provinz Cabo Delgado gefördert.
Die erneuerte Absichtserklärung verankert die Arbeit von KAICIID im Rahmen der Agenda 2063 der Afrikanischen Union, insbesondere in deren Bestreben nach einem friedlichen und sicheren Afrika. Sie schafft formelle Kanäle für die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Abteilungen der AU, darunter die Abteilungen für politische Angelegenheiten, Frieden und Sicherheit, Zivilgesellschaft und Diaspora, Frauen und Gender, Gesundheit und humanitäre Angelegenheiten sowie Partnerschaften und Mobilisierung von Ressourcen.
Im Anschluss an die Unterzeichnung fand eine hochrangige Diskussionsrunde zum Thema „Kultur des transformativen Dialogs in der afrikanischen Region fördern“ statt, an der hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kommission der Afrikanischen Union, Botschafter der KAICIID-Gründungsmitgliedstaaten Österreich, Portugal, Saudi-Arabien und Spanien sowie Nuntius Erzbischof Brian Ngozi Udaigwe als Vertreter des Heiligen Stuhls in seiner Eigenschaft als Gründungsbeobachter teilnahmen. An der Veranstaltung nahmen auch der Botschafter Äthiopiens als Gastgeberland und der Botschafter Burundis teil. Vertreterinnen und Vertreter des Kabinetts des stellvertretenden Vorsitzenden (CDCP), der Direktion für Bürger und Diaspora (CIDO), der Abteilung für Frauen, Jugend und Gender (WYGD), der Abteilung für politische Angelegenheiten, Frieden und Sicherheit (PAPS), der Abteilung für Gesundheit, humanitäre Angelegenheiten und soziale Entwicklung (HHSD) sowie der Abteilung für Partnerschaftsmanagement und Ressourcenmobilisierung (PRMP) waren neben anderen wichtigen lokalen Akteuren ebenfalls anwesend.
Die Diskussionen finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem viele afrikanische Gesellschaften mit sich überschneidenden Belastungen zu kämpfen haben: Spannungen zwischen Gemeinschaften, konfliktbedingte Vertreibung, Klimawandel und zunehmende Hassrede. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie der Dialog systematischer in die friedenspolitischen Maßnahmen des Kontinents eingebettet werden kann – nicht als bloße Ergänzung, sondern als praktisches Instrument.