Das Internationale Dialogzentrum (KAICIID) und das Institut für Frieden und Versöhnung der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN-IPR) luden vom 1. bis 5. Dezember 2025 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Institutionen der ASEAN-Mitgliedstaaten zu einem Weiterbildungsprogramm in interreligiösem Dialog (IRD) und interkulturellem Dialog (ICD) ein. Dieses zielte darauf ab, regionale Mechanismen für Friedensförderung, Konfliktprävention und inklusive Regierungsführung zu stärken. Es ist bereits die dritte Kooperation zwischen KAICIID und ASEAN-IPR. Die erste fand im Jahr 2023 in Bangkok, Thailand, statt, die zweite in Penang, Malaysia (2024).
Im Mittelpunkt der Schulung stand die ASEAN-IRD/ICD-Friedensförderung. Dieser Dialogansatz ermöglicht es Gemeinschaften von gemeinsamen Bestrebungen zu konkreten Wegen für Veränderungen überzugehen. Das Rahmenwerk hilft dabei, die Erfahrungen und Bestrebungen der Gemeinschaften in gemeinsame Maßnahmen, Strategien und Verpflichtungen umzuwandeln, die den sozialen Zusammenhalt stärken und inklusive und nachhaltige Friedensbemühungen in ganz Südostasien unterstützen.
„Diese Schulung wurde konzipiert, um politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern das notwendige kulturelle und religiöse Verständnis zu vermitteln und sie zu ermutigen, ganzheitliche Strategien zu entwickeln, die politische und soziale Probleme in den ASEAN-Mitgliedstaaten bewältigen können. Mit dieser Schulung wollen wir die Kluft zwischen politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern und lokalen Gemeinschaften überbrücken. Wir schärfen das Bewusstsein für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, um das Verständnis und den gegenseitigen Respekt zwischen Gemeinschaften mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Hintergrund zu fördern“, sagte Botschafter I Gusti Agung Wesaka Puja, Geschäftsführer von ASEAN-IPR.
Als Initiative zur Führungskräfteentwicklung bereitete die Schulung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf vor, dialogbasierte Strategien in die Politik, Programme und Arbeit ihrer Behörden oder Gemeinschaften integrieren. Die Beamten diskutierten auch, wie die Prinzipien des interreligiösen und interkulturellen Dialogs auf Prioritäten wie Klimaschutz, Gleichstellung der Geschlechter, Jugendförderung und Resilienz angewendet werden können.
„Jeder Ort bringt seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse mit sich. Hier auf den Philippinen sind diese Erkenntnisse besonders reichhaltig. Die lange Geschichte des Landes in den Bereichen Friedensförderung, interreligiöse Zusammenarbeit und gemeindebasierte Versöhnung bieten Erkenntnisse, die nicht nur für diesen Workshop relevant sind, sondern auch für den bevorstehenden ASEAN-Vorsitz der Philippinen im Jahr 2026“, erklärte Botschafter António de Almeida-Ribeiro, amtierender Generalsekretär des Dialogzentrums KAICIID.
Die Anwesenden nahmen an Praxisbeispielen, Workshops und moderierten Sitzungen teil, die zeigten, wie IRD und ICD zu konfliktsensibler Programmgestaltung und gemeinsamer Problemlösung beitragen. Das Programm ermutigte sie auch, als „Dialogbotschafter“ zu fungieren, ihr Wissen mit Kolleginnen und Kollegen zu teilen und zum Aufbau einer regionalen Praxisgemeinschaft beizutragen.
Der friedenspolitische Berater der philippinischen Regierung, Carlito G. Galvez Jr. vom Büro des Präsidentenberaters für Frieden, Versöhnung und Einheit, befürwortete die Schulung und betonte das Engagement des Landes für die Förderung des Friedens. Er wies darauf hin, dass der Dialog eine zentrale Rolle in der nationalen Friedens- und Entwicklungsagenda spiele.
„Die Erkenntnisse und Einsichten, die wir aus diesen Schulungen gewonnen haben, waren für unsere Behörde von entscheidender Bedeutung. Insbesondere wurden unsere dialogbasierten Ansätze bereichert sowie die Förderung des sozialen Zusammenhalts und die Partizipation der Gemeinschaft in Konfliktgebieten im ganzen Land gestärkt“, erklärte Minister Galvez.
Er merkte ferner an, dass die Ausrichtung der Schulung auch die Vorbereitungen des Landes auf seinen Vorsitz in der ASEAN im Jahr 2026 unterstützt: „Sie symbolisiert die Bereitschaft der Philippinen, während unseres bevorstehenden Vorsitzes den Dialog, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit zu fördern. Wir freuen uns auf die starke Unterstützung unserer ASEAN-Partner bei diesem Vorhaben.“

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Trainings zu interreligiösem und interkulturellem Dialog von KAICIID und ASEAN-IPR in der historischen Kathedrale von Manila, einem der bedeutendsten kulturellen und religiösen Wahrzeichen der Philippinen, während einer Aktivität zur Förderung des Verständnisses zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen.
Im Rahmen des einwöchigen Programms führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interkulturelle und interreligiöse Dialogrunden vor Ort durch. Sie besuchten Gebetsstätten dreier Religionsgemeinschaften in Manila: die Basilika des Schwarzen Nazareners – St. John the Baptist Parish (Quiapo-Kirche), die Masjid Al-Dahab (Goldene Moschee und Kulturzentrum von Manila) und die Pfarre Our Lady of Remedies (katholische Kirche von Malate). Diese Besuche ermöglichten es den Teilnehmern, direkt mit Mitgliedern der Gemeinschaften in Kontakt zu treten, die während der Schulung erlernten Dialogmethoden anzuwenden und zu beobachten, wie religiöse und kulturelle Einflüsse das tägliche Miteinander prägen.
Die praktischen Aktivitäten vor Ort schufen Gelegenheiten für konstruktiven Austausch, verbanden Theorie und Praxis miteinander und stärkten das Verständnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Dialog als Instrument zur Friedensförderung in der Gemeinschaft.
Teilnehmende der von KAICIID und ASEAN-IPR veranstalteten Schulung für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Manila, Philippinen, (2025).
Die Schulung endete mit dem fundierten Verständnis darüber, wie interkultureller und interreligiöser Dialog die Friedensbemühungen im Rahmen von Regierungsprogrammen und -politiken verbessern kann. In den abschließenden Gesprächen reflektierten die Teilnehmenden über die Rolle dialogbasierter Ansätze bei der Verbesserung der Beteiligung der Gemeinschaft, der Erhöhung der Konfliktsensibilität und der Förderung einer inklusiveren Regierungsführung. Ihre Abschlusspräsentationen stützten sich auf grundlegende Theorien, Fallstudien, wissenschaftliche Daten und praktische Workshops und unterstrichen den Dialog sowohl als Mechanismus als auch als praktisches Instrument für die Gestaltung wirksamer Interventionen und konfliktsensibler Programme.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten auf, wie das interreligiöse und interkulturelle Dialog-Friedensförderungsrahmenwerk an unterschiedliche nationale Kontexte und thematische Anliegen angepasst werden kann. Sie diskutierten Möglichkeiten, das Rahmenwerk an ihre Kulturen und Glaubenssysteme anzupassen, es in institutionelle Initiativen zu integrieren und sich innerhalb ihrer jeweiligen Organisationen für den Frieden einzusetzen. Dabei stellten sie praktische Strategien zur Integration des Dialogs in ihre Mandate und ihre tägliche Arbeit vor und betonten, dass Zuhören, kulturelles Bewusstsein und gemeinschaftliches Engagement der Schlüssel zur Bewältigung sozialer Probleme in der gesamten Region sind.