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Schaffung einer gemeinsamen Bürgergesellschaft von Christen und Muslimen in arabischen Gesellschaften

21 Jun 2014
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Anlässlich einer zweitägigen Beratung im KAICIID-Dialogzentrum in Wien trafen sich vom 20. bis 21. Juni 2014 fünfundzwanzig Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft aus mehreren arabischen Ländern wie Ägypten, Irak, Jordanien, Palästina und Syrien zu Gesprächen über Wege zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und eines gemeinsamen Verständnisses der Bürgergesellschaft von Muslimen und Christen in arabischen Gesellschaften.

Einige arabische Gesellschaften sehen sich Gewalt und politischen Konflikten gegenüber, die eine ernsthafte Bedrohung für das soziale und kulturelle Gefüge der Region darstellen. Die Dringlichkeit der Lage gab Anlass zu diesem Treffen, bei dem viele der religiösen, interreligiösen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen vertreten waren, die sich derzeit um Friedenskonsolidierung und Dialog im arabischen Raum bemühen.

In der Eröffnungssitzung betonte KAICIID-Vorstandsmitglied Dr. Muhammad Sammak, dass eine Bürgergesellschaft die Garantie für Gleichheit, Freiheit, menschliche Würde und Rechtsstaatlichkeit ist. „Ein derartiger bürgerlicher Staat steht nicht im Widerspruch zum Islam,“ fügte Dr. Sammak hinzu.

Im Verlauf der zwei von intensiven Beratungen geprägten Tage haben die Teilnehmer verschiedene Modalitäten für eine interreligiöse, humanitäre und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit auf nationaler und regionaler Ebene vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Hervorhebung von bewährten Verfahren und gewonnenen Erkenntnissen. Man einigte sich auf folgende Empfehlungen:

  • Aufforderung an KAICIID zur Unterstützung, Förderung und Koordinierung von lokalen und regionalen Initiativen für bürgerlichen Zusammenhalt und Respektierung der Vielfalt, insbesondere durch Schaffung von Räumen für den Austausch und die Hervorhebung der erfolgreichen und positiven Erfahrungen diverser Einrichtungen im arabischen Raum;
  • Start einer Sonderinitiative zum Dialog mit der Jugend, um Nachhaltigkeit und dauerhafte Beteiligung der jungen Generation in diesem Bereich zu gewährleisten;
  • Start einer Sonderkampagne zur Ansprache der arabischen Gesellschaft über die sozialen Medien. Dialog und gemeinsames bürgerliches Engagement über soziale Medien können weiter reichen und neue Adressaten finden;
  • Eine Initiative, die politische und religiöse Einrichtungen und Entscheidungsträger davon überzeugt, den Diskurs des Dialogs und der gemeinsamen Bürgerschaft ernsthaft aufzugreifen und umzusetzen;

In seinen Bemerkungen zum Abschluss der Beratung sagte KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar, dass in der Mitte eines Konflikts der Dialog der beste Weg zum Frieden sei. „Alle Beziehungen zwischen Menschen, Gruppen und Staaten basieren auf Vertrauen. Vertrauen entsteht im einschließenden Dialog, insbesondere im Dialog zwischen religiösen Würdenträgern, Regierungen, Lehrenden und der Zivilgesellschaft zur Stärkung der gemeinsamen Bürgergesellschaft von Muslimen und Christen in der arabischen Welt auf Grundlage von Gleichheit und Einhaltung der Menschenrechte.“
 

Über das Dialogzentrum

Das Internationale König-Abdullah-Bin-Abdulaziz-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) wurde im November 2012 als internationale Organisation gegründet, um den Dialog zwischen den Anhängern verschiedener Religionen und Kulturen zu fördern. KAICIID organisiert Schulungen, Workshops, Konferenzen und Bildungsprogramme und unterstützt darüber hinaus die Konfliktmediation. KAICIID führt seine Aktivitäten unter der Aufsicht eines multireligiösen Vorstands und eines Parteienrates durch. Der Parteienrat besteht aus Vertretern der Regierungen von Österreich, Saudi-Arabien und Spanien sowie des Heiligen Stuhls als beobachtendes Gründungsmitglied.

KAICIID wurde mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Religionen und der Zivilgesellschaft zu stärken und die Unterstützung der Vertreter der Weltreligionen für das Gemeinwohl zu gewinnen.
 

Teilnehmer und Einrichtungen

Die bei den KAICIID-Beratungen über eine gemeinsame Bürgergesellschaft vertretenen Teilnehmer und Einrichtungen: Arabische Gruppe für den christlich-muslimischen Dialog, Adyan-Stiftung, Arabische Reforminitiative, Koptisch-Evangelische Organisation für Soziale Dienste in Ägypten, Zentrum für christlich-muslimische Studien an der Balamand University, Diyar Consortium, Forum für Religion und Kulturen für Entwicklung und Dialog, Globales Zentrum für Gerechtigkeit und Menschlichkeit, Haus der Ägyptischen Familie in Al Azhar, Irakischer Rat für den interreligiösen Dialog, Irakisches Institut für Menschenrechte, Organisation der islamischen Zusammenarbeit, Middle East Council of Churches, Päpstlicher Rat für den interreligiösen Dialog, Königliches Institut für konfessionsübergreifende Studien, Syrische Liga für Bürgerrechte, Weltkirchenrat.