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Religiöse Oberhäupter planen Aktivitäten zur Prävention von Grausamkeitsverbrechen

25 Apr 2015
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Fez, Marokko, 24. April 2015 — Teilnehmer eines Forums für Religionsführer, das vom UN-Büro für Genozidprävention und Schutzverantwortung, dem internationalen Dialogzentrum KAICIID, der interministeriellen Delegation für Menschenrechte (DIDH) und der Rabita Mohammadia der Ulama in Marokko veranstaltet wurde, entwickelten heute einen "Aktionsplan für die Verhinderung von Aufwiegelung, die zu grausamen Verbrechen führen könnte".

Der Aktionsplan wird bei fünf regionalen Treffen im nächsten Jahr weiterentwickelt werden. Während dieser Treffen werden religiöse Oberhäupter und Institutionen ihn durch zusätzliche Elemente stärken und anpassen.  Bei einer Plenarsitzung der religiösen Führer, die 2016 stattfinden soll, werden der Aktionsplan und eine Erklärung verabschiedet werden.

Im Entwurf des Aktionsplans konzentrierten sich die Teilnehmer auf acht Themenbereiche:

"Überwachung" von Aufstachelung zu Gewalt, die zu grausamen Verbrechen führen könnte. Diese Beobachtung wird sich mit Fragen wie "Wer wiegelt auf?", "Auf welchem Weg?",  "Wer wird angesprochen?" und "Wer reagiert?" beschäftigen.

Entwicklung, Reaktion und Verbreitung alternativer Botschaften zur Bekämpfung von Aufwiegelung und Hassrede durch die Medien, einschließlich Social Media.

Dialog mit den Multiplikatoren sowie dem potentiellen Publikum: das Gespräch mit den Anstiftern suchen und Anreize für Wandel schaffen.

Ausbildung, Lehrpläne und Möglichkeiten für Hilfe zur Selbsthilfe entwickeln und überarbeiten: Wertschätzung für alle Kulturen, Religionen und die Bedeutung friedlicher Koexistenz als allgemeine Werte durchsetzen.

Inter- und intrareligiösen Dialog und andere Aktivitäten fördern und betreiben: zur Förderung von Verständnis, Respekt und Verständigung. Das könnte durch gemeinsame Besuche von Gebetsstätten, gemeinsame Friedensgebete und gemeinsame Aktivitäten auf Gemeinschaftsebene erzielt werden.

Dialog über Problemthemen: Themen ansprechen sprechen, die von religiösen Extremisten monopolisiert werden und durch genaue und nuancierte Ansichten die  erreichen, die besonders anfällig für Aufstachelung zu grausamen Verbrechen sein können.

Klarheit des Denkens und der Botschaften verstärken: Anerkennung und Respektieren des Rechts auf Religions- und Glaubensfreiheit (Artikel 18 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR)).

Einbeziehung politischer Führer: Förderung der Zusammenarbeit von religiösen und politischen Oberhäuptern, um politische Unterstützung für die Verhinderung von Aufwiegelung zu stärken; Befürwortung passender gesetzlicher und politischer Reformen gemäß dem Aktionsplan von Rabat  (verabschiedet in Rabat, Marokko am 5. Oktober 2012).

Der Plan empfiehlt auch einige andere Aktivitäten, einschließlich Dialogtraining, Mapping und Networking von Religionsführern, die aktiv daran arbeiten, Aufwiegelung zu verhindern, die zu Grausamkeitsverbrechen auf der ganzen Welt führen kann; Einbeziehung von Jugendlichen und und Sicherstellen einer Geschlechterperspektive bei allen Tätigkeiten.

Über das UN-Büro für Genozid-Verhinderung und Schutzverantwortung

Der Sonderberater für Genozidprävention fungiert als Multiplikator, um Bewusstsein für die Ursachen und Dynamiken von Völkermorden zu schaffen, relevante Akteure über lokale Gefahrengebiete aufzuklären und  Menschen für geeignete Aktionen zu mobilisieren und diese zu bewerben.

Über KAICIID

KAICIID ist eine zwischenstaatliche Organisation, deren Ziel es ist, Dialog global zu fördern und so Konflikte zu lösen und Verständnis und Zusammenarbeit zu verbessern. In einem siebenjährigen Beratungs- und Entwicklungsprozess wurden KAICIIDs Zielsetzung und Struktur entwickelt, um Dialog zwischen den Angehörigen verschiedener Glaubensrichtungen und Kulturen zu fördern, persönliche Feindseligkeiten zu überbrücken, Angst zu reduzieren und gegenseitigen Respekts einflößen.

Über die interministerielle Delegation für Menschenrechte

Die interministerielle Delegation für menschliche Rechte (DIDH) in Marokko ist eine staatliche Autorität, die daran arbeitet, in Koordination mit marokkanischen Regierungsabteilungen und anderen Organisationen Strategien für Verteidigung, Respekt, Sicherheit und die Förderung von Menschenrechten zu entwickeln.

Über die Rabita Mohammadia der Ulama von Marokko

Die Mohammadia-Gelehrtengruppe ist eine Institution des allgemeinen Interesses mit Hauptsitz in Rabat, Marokko. Sie hilft Akademikern, indem sie Menschen über die Werte des gemäßigten Islams aufklärt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen, um die akademischen und kulturellen Aspekte in der islamischen Ausbildung zu fördern und die Mitarbeit unter Diskursführern, Experten und pädagogischen Institutionen zu erzielen. 

Dieses Statement ist auch in Französisch  erschienen.