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Papst Franziskus besucht Lesbos: ein guter Nährboden für die Ökumene und den interreligiösen Dialog.

16 Apr 2016
Pope Francis in Lesbos

Ehrwürdiger Kardinal Miguel Ayuso

Am 16. April 2016 kamen Papst Franziskus, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. und der Erzbischof von Athen und Griechenland, Hiernonymos II., auf der Insel Lesbos im Ägäischen Meer zusammen. In den letzten Monaten ist die Insel für tausende Flüchtlinge aus Kriegsländern des Mittelmeerraums und des Mittleren Ostens unfreiwillig zum Ziel geworden.

Papst Franziskus hat gemeinsam mit den anderen Oberhäuptern der christlichen Kirche die Entwicklungen im Mittleren Osten, die Verfolgung von Christen und die Flüchtlingsströme entlang der Routen nach Europa mit Besorgnis verfolgt. Die Kirchenoberhäupter wollen die Augen der Europäer angesichts der großen und dringenden humanitären Krise öffnen, in der verzweifelte Flüchtlinge eine bessere Zukunft auf dem europäischen Kontinent suchen.

Auf Lesbos prangerte Papst Franziskus Menschenschmuggler und Waffenhändler an, die er für die sich aktuell zuspitzende Flüchtlingskrise in Europa verantwortlich macht. Während einer Rede vor zahlreichen Asylsuchenden in einem Auffanglager sagte Papst Franziskus, Migranten seien keine Statistik, sondern Menschen mit einem Gesicht, Namen und individuellen Geschichten, die vor skrupellosen Kriminellen flüchten mussten.

Die Zeit sei für alle Religionsvertreter gekommen, ihre Stimmen zu vereinen und ihr Gewissen zu erwecken. Gemeinsam müssen sie verkünden, dass die Barmherzigkeit Gottes siegen wird. Papst Franziskus tat etwas, wo Politik scheitert: Er richtete eine Willkommensgeste an die Flüchtlinge und nahm drei Flüchtlingsfamilien aus Syrien in seinem Flugzeug mit nach Rom - insgesamt 12 Menschen, darunter 6 Kinder.

Papst Franziskus hatte zuvor bei mehreren Anlässen für die Flüchtlinge plädiert, im Glauben daran, dass der Umgang mit ihnen ein Test für unsere Menschlichkeit, unseren Respekt vor der Menschenwürde und vor allem unsere Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern sei (Uganda, 2015).

Am 08. Juli 2013 besuchte Papst Franziskus zum ersten Mal in seinem Amt als Papst die Insel Lampedusa. Bereits bei dieser Gelegenheit sprach er sich gegen die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ aus. Seine jüngste Geste der Verbundenheit gegenüber den Migranten zeigte er am Gründonnerstag, am 24. März 2016, als er das Auffanglager für Asylsuchende in Castelnuovo di Porto bei Rom besuchte.

Durch die Öffnung gegenüber den großen Herausforderungen der Geschichte, dem Schmerz und den Wunden der leidenden Menschen haben die Ökumene und der interreligiöse Dialog auf Lesbos einen guten Nährboden gefunden.