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Nordamerika-Konsultation ergibt wichtige Empfehlungen zu COVID-19, Rassismus und die Notlage von Flüchtlingen

22 Aug 2020

Hochrangige religiöse Führerinnen und Führer, Vertreterinnen und Vertreter der Regierung sowie der Wirtschaft und Fachexpertinnen und -experten aus Nordamerika trafen einander am 21. August auf virtuellem Wege. Sie diskutierten eine Reihe mutiger interreligiöser Vorschläge zur Bekämpfung der aktuellen globalen COVID-19-Pandemie sowie anderer Menschenrechtsprobleme wie Rassismus und die Notlage von minderjährigen Flüchtlingen.

Die virtuelle Konsultation in Nordamerika war das fünfte regionale Treffen aus einer hochrangigen Veranstaltungsreihe. Diese führte zu dutzenden politischen Empfehlungen für das globale interreligiöse G20-Forum.

Bei den kürzlich abgehaltenen Treffen haben religiöse Führerinnen und Führer, Vertreterinnen und Vertreter der Regierung sowie der Wirtschaft und Fachexpertinnen und -experten aus der arabischen Region Wege zur Verbesserung des Zusammenlebens und der Umwelt aufgezeigt. Die Konsultationen in der Region Asien führten zu einer Reihe von Empfehlungen zum Klimawandel und zur Unterstützung der wirtschaftlich Benachteiligten. Auch bei den Konsultationen in Lateinamerika und Europa wurden Empfehlungen gesammelt. Das Treffen in der Region Afrika wird nächste Woche stattfinden.

Die Empfehlungen werden den Staats- und Regierungsoberhäuptern der Welt auf dem diesjährigen G20-Gipfel, der im Oktober in Riad, Saudi-Arabien, stattfinden wird, präsentiert.

Flüchtlinge und Zwangsmigration

Professorin Katherine Marshall, Geschäftsführerin des „Entwicklungsdialogs der Weltreligionen“ und Mitglied des Beirats des Interreligiösen G20-Forums, stellte Vorschläge aus der „Diskussion über Flüchtlinge und Zwangsmigration“ vor. Sie lenkte die Aufmerksamkeit auf die Notlage minderjähriger Flüchtlinge, oftmals Kinder, und die Herausforderungen, die die Coronavirus-Pandemie mit sich bringt.

„Wir müssen verstärkt auf die Kinder achten. Sei es an der südlichen Grenze der Vereinigten Staaten oder auch in anderen Teilen der Welt. Dies ist eine der großen Tragödien unserer Zeit - 80 Millionen Menschen befinden sich heute in einer Situation der Zwangsmigration“, so Professorin Marshall.

Sie meint weiter: „Die COVID-19-Krise verschlimmert die Flüchtlingssituation in vielerlei Hinsicht und aus vielen verschiedenen Gründen. Die physischen Zwänge, die schwachen Bemühungen zugrunde liegenden Probleme angehen – all das sind dringende Probleme, die von einigen als Zeitbombe bezeichnet werden. Dies gilt in Nordamerika vor allem an der südlichen Grenze zu Mexiko, in Mittelamerika, aber auch für einige Gebiete innerhalb der Vereinigten Staaten.“

Religiöse Antworten auf COVID-19

Die Vorschläge aus der „Diskussion über religiöse Antworten auf COVID-19“ wurden von Dr. Olivia Wilkinson, Forschungsdirektorin bei der „Joint Learning Initiative on Faith and Local Communities“, vorgestellt. Sie umriss die Bedeutung der sozialen Dienste, die von religiösen Gruppen während der Coronavirus-Pandemie geleistet werden.

„Ein großer Teil der Arbeit, die Religionsgemeinschaften leisten, umfasst die Bereitstellung von Mahlzeiten, zum Beispiel Essensausgaben, und eine Reihe anderer Hilfeleistungen“, so Dr. Wilkinson. Als Beispiele nannte sie Geistliche, die Krankenhäuser besuchen; das Abhalten von Beerdigungen und die geistliche und seelsorgerische Unterstützung ihrer religiösen Gemeinschaften.

„Religiöse Führerinnen und Führer können sehr nützlich für das Überbringen von Botschaften sein“, fügt Dr. Wilkinson hinzu. „Innerhalb bestimmter Gruppen gibt es sicherlich einen Mangel an Informationen. Es hat viele technologische Herausforderungen gegeben, aber auch viele technologische Neuerungen in religiösen Gruppen, die den Kommunikationsfluss innerhalb von Gemeinschaften fördern.“

Antirassismus und religiöse Verantwortung

Dr. Ganoune Diop, Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, stellte einige Empfehlungen aus der „Diskussion über Antirassismus und religiöse Verantwortung“ vor. Darunter sind das Ende der Gewalt gegen Schwarze, die Akzeptanz einer pluralistischen Gesellschaft und die Ausrottung des strukturellen Rassismus.

„Bewusste oder unbewusste Vorurteile haben die internationale Gemeinschaft bisher daran gehindert, wirklich von einer friedlichen Koexistenz zu profitieren. Diese Stereotype basieren auf der Annahme, dass es der schwarzen Bevölkerung an Reife und Kompetenz mangele, um das Kommando zu übernehmen, zu managen oder Führungspositionen einzunehmen“, so Dr. Diop.

Die Empfehlungen der Regionalkonsultation Nordamerika spiegelten einige der thematischen Schwerpunkte des G20-Gipfels wider. Die Agenda des interreligiösen G20-Forums 2020 baut auf Zielen auf, die von Anfang an ein zentrales Grundthema des Forums waren - sozialer Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Zum Abschluss der Sitzung erläuterte Professorin Marshall die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der globalen Ungleichheit. „Die Ungleichheit führt uns die schiere Ungerechtigkeit des unterschiedlichen Zugangs zu Gesundheitssystemen vor Augen. Es gibt auch große Herausforderungen, was zukünftige Impfungen betrifft. Diese Fragen der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der Ungleichheit ziehen sich durch all unsere Diskussionen, die wir geführt haben.“

Die Veranstaltung am vergangenen Freitag wurde vom „Berkley Center für Religion, Friede und weltpolitische Angelegenheiten“ der Georgetown Universität und vom „World Faiths Development Dialogue“ (WFDD) abgehalten. Organisationen, die das interreligiöse G20-Forums 2020 mitveranstalten, sind die G20 Interfaith Forum Association, das Internationale Dialogzentrum (KAICIID), die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC) und das Nationale Komitee für interreligiösen und interkulturellen Dialog im Königreich Saudi-Arabien (NCIID).