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KAICIID veranstaltet gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen einzigartige interreligiöse G20-Konferenz in Saudi-Arabien

26 Jun 2020

Das Internationale Dialogzentrum (KAICIID), die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC), die G20 Interfaith Forum Association und das Nationale Komitee für interreligiösen und interkulturellen Dialog Saudi-Arabiens halten kommendes Wochenende regionale Konsultationen zur Vorbereitung des interreligiösen G20-Forums ab, das im Laufe dieses Jahres in Riad stattfinden soll.  Die Empfehlungen des Forums werden an die Staats- und Regierungsoberhäupter der Welt übermittelt, die bei diesem G20-Gipfel in Saudi-Arabien zusammenkommen werden.

KAICIID leitet die erste Sitzung zur Vorbereitung des Forums. Daran werden religiöse Führerinnen und Führer sowie religiöse Organisationen und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger aus der arabischen Region teilnehmen. Bei der Gestaltung der Sitzung stützen sich die Expertinnen und Experten des Dialogzentrums auf ein knappes Jahrzehnt Arbeitserfahrung in der arabischen Welt. Diese umschließt die Schaffung der ersten regionalen multireligiösen Plattform christlicher und muslimischer Religionsführerinnen und -führer im Jahr 2018.

Im Rahmen der KAICIID-Programme wurden in diesem Zeitraum hunderte Friedensaktivistinnen und -aktivisten geschult. Die Ausbildungsbereiche umfassten verantwortliches Handeln als Bürgerinnen und Bürger sowie die Bekämpfung von Hassrede und Extremismus in sozialen Medien. KAICIID hat kürzlich hunderten Initiativen finanzielle Zuschüsse gewährt. Diese Projekte fokussieren sich auf die Bewältigung der sozialen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Ebenso unterstützt KAICIID das „Netzwerk religiöser Fakultäten und Institute in der arabischen Region“. Dieses fördert die Entwicklung von Bildungsinstrumenten und interreligiösen Lehrplänen, deren Fokus auf religiöse und kulturelle Vielfalt gelegt wird.

Im Anschluss an die Konsultationen in der arabischen Region wird ein ähnliches Treffen für Europa stattfinden. Daran werden religiöse Führerinnen und Führer aus Europa sowie politische Akteurinnen und Akteure teilnehmen, darunter führende Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, der Vereinten Nationen und der Europäischen Rabbinerkonferenz.

„Überall auf der Welt sind Religionsgemeinschaften zunehmend Diskriminierung und Hassrede ausgesetzt oder mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Aber sie werden auch zunehmend als wertvolle Ressource für den sozialen Zusammenhalt und das Wohlergehen der Bevölkerung anerkannt. Seit fast einem Jahrzehnt arbeitet KAICIID nun schon daran, diesen Beitrag auf der ganzen Welt den Entscheidungsträgerinnen und -trägern auf höchster Ebene zu verdeutlichen. Die Arbeit des Zentrums ist ein Beweis dafür, dass in einem offenen Dialog zwischen Religionsgemeinschaften und politischen Akteurinnen und Akteuren nuancierte, nachhaltige und wirksame globale Lösungen entstehen“, so Faisal Bin Muaammar, Generalsekretär des Internationalen Dialogzentrums (KAICIID).

„Das interreligiöse Forum der G20 in Riad stößt bei uns auf besondere Resonanz, da das Königreich Saudi-Arabien neben der Republik Österreich, dem Königreich Spanien und dem Heiligen Stuhl mit Beobachterstatus, Gründungsmitglied von KAICIID ist.“

Das interreligiöse Forum der G20

Religiöse Führerinnen und Führer sowie Fachexpertinnen und -experten aus Europa, Afrika, der arabischen Region, Nord- und Südamerika sowie Asien werden zusammenkommen, um spezielle Herausforderungen im Rahmen der Themen der Konferenz zu erörtern. Dazu zählen die Themen Bildung, Frauen, Jugend, Friedensförderung, Regierungsführung, Umweltgerechtigkeit und der Umgang mit dem Coronavirus. Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass hunderte, wenn nicht tausende Geschichten über Religionsgemeinschaften bekannt wurden, die sich unabhängig von Glauben oder Weltanschauung für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen. Doch gleichzeitig sind Gläubige überdurchschnittlich oft Ziel von Hassrede und Fake News, die im Zuge der Pandemie veröffentlicht wurden. In einigen Fällen wurden religiöse Überzeugungen missbraucht, um Diskriminierung zu fördern.

Die Ergebnisse dieser Sitzungen werden in die Diskussionen des Interreligiösen Forums der G20 einfließen, das seine Empfehlungen auf dem G20-Gipfel vorlegen wird. Der Prozess soll so viel Wert wie möglich auf geografische, religiöse und kulturelle Inklusion legen. Die Sitzungen werden online stattfinden, um während der Corona-Pandemie die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewährleisten.

KAICIID spielt seit 2017 eine aktive Rolle bei interreligiösen G20-Gipfeln. Es nahm an Treffen in Deutschland (2017), Argentinien (2018) und Japan (2019) teil und unterstützte diese. In diesem Jahr werden als Vorbereitung für das Forum erstmals organisierte, regionale Konsultationen abgehalten, die in den nächsten Monaten weltweit stattfinden sollen.

KAICIID wird vor dem interreligiösen G20-Forum des Jahres 2020 mehrere hundert junge Führungspersönlichkeiten zu einem Jugendforum einladen. Dort sollen Ansichten und Anliegen junger Menschen, die 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, repräsentiert und diskutiert werden. Außerdem sollen die jungen Menschen mit religiösen Führerinnen und Führern sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern in Kontakt kommen.  Das Dialogzentrum wird auch 200 KAICIID Fellows im Rahmen einer fünftägigen Alumni-Konferenz vor dem interreligiösen G20-Forum versammeln. Zu den KAICIID Fellows gehören über 250 buddhistische, christliche, hinduistische, jüdische, muslimische und Sikh-Friedensstifterinnen und Friedensstifter. Diese wurden von Expertinnen und Experten des KAICIID ausgebildet und unterstützt, um mit interreligiösem Dialog Herausforderungen in ihren eigenen Gemeinschaften lösen zu können.

Die Partnerorganisationen

Die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC) wurde im Jahr 2005 gegründet und vertritt das Mandat, die Beziehungen zwischen Gesellschaften und Gemeinschaften mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund, zu verbessern. Durch verschiedene Programme und Aktivitäten auf der ganzen Welt setzt sich UNAOC für die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs ein, um gesellschaftliche Gräben zu überwinden und Vorurteilen, Missverständnissen, Fehlinterpretationen und Polarisierung entgegenzuwirken.

Das Nationale Komitee für interreligiösen und interkulturellen Dialog im Königreich Saudi-Arabien leitet Dialog-Initiativen für Anhängerinnen und Anhänger von Religionen und Kulturen und unterstützt deren Themen, Programme und Aktivitäten. Zu den Mitgliedern des Komitees gehören Vertreterinnen und Vertreter aus mehreren Ministerien und aus Dialog-Institutionen aus Saudi-Arabien und der ganzen Welt.

Das Interreligiöse Forum der G20 bietet eine jährliche Plattform, auf der sich ein Netzwerk religiöser Institutionen und Initiativen für globale Themen engagiert (in erster Linie für und einschließlich der Ziele für nachhaltige Entwicklung oder SDGs).