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KAICIID unterstützt lokale Initiative in Indonesien bei der Entwicklung eines IRD- Handbuchs

12 Juni 2015
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KAICIID erstellt in enger Zusammenarbeit mit seinen Partnern in Indonesien ein Handbuch mit alternativem Material für den interreligiösen Dialog. Das Handbuch soll Lehrern, Erziehern, Professoren und Religionsvertretern dabei helfen, den interreligiösen Dialog weiter zu entwickeln und zu fördern.

Der Arbeitsplan für das Handbuch, der vom KAICIID-Programm MultiReligious Collaboration for the Common Good entworfen wurde, entspricht den Anforderungen, die von KAICIIDs lokalem Partner, dem Center for Dialogue and Cooperation among Civilisations (CDCC), in Zusammenarbeit mit Religions for Peace (RfP) formuliert wurden. Das Handbuch wird in einer Reihe von Workshops unter der Leitung von MCC-Experten erarbeitet. Es basiert auf der gesammelten Erfahrung von über 40 indonesischen Regierungsbeamten, Experten, Akademikern und Religionsvertretern. Der erste Workshop fand am 9. und 10. Juni in Jakarta statt.

Das Projekt ist angesichts der enormen religiösen Vielfalt in Indonesien von großer Bedeutung: Auf dem Archipel gibt es neben den großen Weltreligionen über 200 indigene Religionen. Zwar ist Indonesien für seine religiöse Toleranz bekannt, jedoch sind viele Indonesier der Meinung, dass die von der Regierung beschlossenen Lehrpläne weitere Unterstützung im Bereich des interreligiösen Dialogs benötigen. 

Wiwin Rohmawati, KAICIIDs lokaler Experte, der am Entwurf des Projekts mitgearbeitet hat und maßgeblich an der Organisation des Workshops beteiligt war, hat große Erfahrung im IRD in Indonesien und war an der Forschung zur IRD-Erziehung in Indonesien beteiligt. Ebenso wie viele ihrer Kollegen ist sie besonders besorgt über das Entstehen radikaler, exklusiver Lehren, sowohl im formellen als auch im informellen Bildungswesen Indonesiens. Erst kürzlich veröffentlichte eine radikal-religiöse Gruppe einen Vorschlag für den Lehrplan im Religionsunterricht.

„Wenn man Indonesien helfen will, sollte man im Bildungswesen ansetzen, vor allem weil die Entwicklung der interreligiösen Erziehung hier besonders wichtig ist”, sagte sie. „Die radikalen Gruppen wachsen – nicht nur in Indonesien, sondern auf der ganzen Welt. Deshalb können wir damit nicht mehr länger warten.”

Dem Workshop folgt ein weiteres Treffen am 30. und 31. Juli 2015 in Yogyakarta. Dort werden 14 Teilnehmer aus der ursprünglichen Expertengruppe die Ergebnisse des ersten Workshops detaillierter diskutieren. Im Anschluss an den nächsten Workshop werden dann vier bis sechs Experten ausgewählt, die das Handbuch schreiben.

Das MCC-Programm fördert die praktische Kooperation zwischen religiösen Gemeinschaften im Hinblick auf ihre gemeinsamen Ziele durch Dialogtraining, Beobachtung der Auswirkungen und die Kommunikation der Ergebnisse an Verantwortliche in der Politik und eine breitere Öffentlichkeit. KAICIID arbeitet mit Partnern und Mitstreitern von RfP zusammen, um Dialogplattformen zu schaffen und zu erweitern, praktische Dialogaktivitäten zu fördern und die Fähigkeiten lokaler Dialog-Akteure zu stärken.