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KAICIID und ISESCO laden politische Entscheidungsträger zu interreligiöser Bildung ein: „Vorreiter bei Strategien und Maßnahmen: Technologie und die Zukunft interreligiöser und interkultureller Erziehung“

20 April 2015
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Rabat, Marokko - Vom 20.-21. April 2015 treffen sich Entscheidungsträger aus Ländern wie Kenia, Korea, Libanon, Marokko, Norwegen, Pakistan und dem Senegal, um die Zukunft der interreligiösen und interkulturellen Erziehung (Interreligious and Intercultural Education – IIE) auf einer Konferenz mit dem Titel „Vorreiter bei Strategien und Maßnahmen: Technologie und die Zukunft der interreligiösen und interkulturellen Erziehung“ zu diskutieren. Die Veranstaltung wird vom König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) und der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO) organisiert, die seit der Unterzeichnung einer einer Absichtserklärung im November 2013 zusammenarbeiten.

Während der zweitägigen Konferenz tauschen sich die Teilnehmer über diverse Tools und Exzellenzmodelle in der Bildung aus, die dazu dienen, Kompetenzen im interkulturellen Dialog zu erwerben und zu fördern. KAICIID-Programmdirektorin Hillary Wiesner erklärte: „Diese Konferenz bietet Entscheidungsträgern neue Möglichkeiten im Umgang mit neuen Herausforderungen, darunter den ersten hochschulzertifizierten Onlinekurs für interreligiösen Dialog. Mehr denn je hängt der Erfolg davon ab, unter den vielfältigen Völkern Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit aufzubauen. Interkultureller Dialog ist eine Fähigkeit, die sich jeder von uns in lebenslangem Lernen aneignen muss.“ 

 

Das Lernen über andere Religionen und Kulturen findet weltweit auf vielerlei Weise statt, in konfessionellem und nicht-konfessionellem Zusammenhang, in Klassenzimmern im Geschichts- oder Sozialkundeunterricht, in Familien und in Gotteshäusern. Die Konferenz von Rabat befragt Pädagogen und Entscheidungsträger zu ihrem Forschungsansatz, zur Entwicklung ihrer Lehrpläne und Austauschprogramme und zur Umsetzung internationaler Standards und Praktiken. Erfolgreiche interreligiöse und interkulturelle Lernmethoden, die in den ISESCO-Mitgliedsstaaten entwickelt wurden, werden präsentiert.  Auch die Einhaltung der Prinzipien des Bildungskonzepts der Vereinten Nationen, Global Citizenship Education, zur Förderung von gemeinsamen Werten und Menschenrechten wird untersucht.

Das UN-Konzept Global Citizenship Education wird von der UNESCO als ein Gefühl der Solidarität zwischen Staatsbürgern auf der ganzen Welt definiert.  Es betrachtet inklusive politische und staatsbürgerliche Erziehung als Möglichkeit, die Kohäsion zwischen den Gemeinschaften zu stärken. Inklusive Staatsbürgererziehung wird von der UNESCO als Betrachtungsweise beschrieben: „Inklusive Erziehung sollte so verstanden werden, dass traditionell ausgeschlossene oder marginalisierte Gruppen einbezogen werden, dass das Unsichtbare sichtbar gemacht wird [...] Diese unsichtbaren Gruppen sind von staatlichen Hilfen und dem Zugang zu Bildung ausgeschlossen.“ 

KAICIID wird ein Online-Toolkit zur Lehrplanentwicklung, Selbstevaluation und Leistungsbewertung präsentieren, das momentan entwickelt wird.  Das Toolkit hilft dem Nutzer beim Setzen von Prioritäten sowohl in der Pädagogik als auch in der Lehrerfortbildung und bei der effektiven Ressourcenverteilung in der IIE. Dieses einzigartige Bildungspaket lässt sich zudem auf die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse der Nutzer anpassen. Die Plattform ermöglicht internationalen Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern den Austausch. So können sie ihr Wissen den Kollegen weltweit zur Verfügung stellen.

In allen Regionen arbeiten Pädagogen an der Vermittlung von Werten, die die Koexistenz fördern.  Respekt für religiöse und kulturelle Vielfalt erfordert das richtige Lehrmaterial und die richtigen Methoden für Dialog und Begegnung – neue Ansätze für das lebenslange Lernen. Experten präsentieren die neuesten technologischen Entwicklungen, die die Zukunft von IIE bestimmen werden, etwa Open-Source-Plattformen wie die MOOCs (Massive Open Online Courses), von Universitäten angebotene Onlinekurse, die IIE einer beispiellosen Anzahl von Studenten weltweit zugänglich machen.

Über ISESCO

ISESCO legt den Schwerpunkt in seinem Drei-Jahres-Aktionsplan auf zwei branchenspezifische Prioritäten: die Entwicklung der Bildungssysteme seiner Mitgliedsstaaten und die wichtige Rolle der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.  Diese Ziele lassen zwei Hauptprioritäten erkennen: das Verbreiten korrekter Informationen über den Islam und die Muslime bei gleichzeitiger Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der ISESCO-Mitgliedsstaaten. Die Mitgliedsstaaten müssen dabei ihrer zentralen Rolle gerecht werden und für eine nachhaltige und flächendeckende Entwicklung der Gesellschaft sorgen, durch Bildung und den Ausbau ihrer Bildungssysteme.

Über die Global Citizenship Education der UNESCO

Global Citizenship Education (GCED) ist ein strategischer Arbeitsbereich des UNESCO-Bildungsprogramms (2014-2017) und eine der drei Prioritäten der im September 2012 gestarteten Global Education First Initiative (GEFI) des UN-Generalsekretärs.

Global Citizenship Education hat das Ziel, Lernende aller Altersstufen zu verantwortungsbewussten Weltbürgern zu erziehen, indem es Werte, Wissen und Fähigkeiten auf der Grundlage und von Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit, Vielfalt, Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz vermittelt. GCED verleiht Lernenden die Kompetenzen und Möglichkeiten, ihre Rechte und Pflichten zu erfüllen und eine bessere Welt und Zukunft für alle zu erschaffen.