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KAICIID-Generalsekretär: Dialog kann identitätsbedingten Spannungen und Konflikten vorbeugen

16 Dezember 2013

„Krieg im Namen der Religion ist Krieg gegen Religion. Und Krieg im Namen der Demokratie ist Krieg gegen Demokratie“ sagte Faisal Bin Muaammar, Generalsekretär des Internationalen König-Abdullah-Bin-Abdulaziz-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in seiner Rede bei der World Policy Conference in Monaco. „Der Missbrauch von Religion hat wie auch der Missbrauch von Politik viele Probleme verursacht“, sagte der Generalsekretär. „Wenn religiöse Würdenträger ihr Wirken in Zusammenhang mit Politik mit Bedacht gestalten müssen, müssen auch führende Politiker ihr Wirken in Zusammenhang mit Religion mit Bedacht gestalten. Der Schlüssel ist hier im ‚Wie' zu finden. Durch den Dialog können wir unser unterschiedliches Verständnis vom ‚Wie' in unseren jeweiligen Gesellschaften kennenlernen.“ Die World Policy Conference befasste sich mit der Beziehung zwischen Politik und Religion, die sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch geändert hat, da Religionen instrumentalisiert werden und dadurch eine zunehmend vorherrschende Rolle in der Konfliktpolitik spielen. Die an der Konferenz teilnehmenden Vertreter von drei Weltreligionen bedauerten diese Entwicklung und betonten, dass religiöse Einrichtungen stattdessen ein Instrument sind und sein sollten, das ein besseres Regieren auf globaler Ebene ermöglicht. Zur Rolle von KAICIID bei der Unterstützung des Dialogs zwischen Religion und Politik meinte der Generalsekretär: „Die bloße Trennung zwischen Religion und Politik ist nicht die Antwort, ebensowenig ist die bloße Einheit aus Religion und Politik akzeptabel. Ein ausgeglichenes Verhältnis ist notwendig. KAICIID möchte die Beziehung zwischen Religion und Politik verbessern. Dazu verbessern wir den Dialog über viele gesellschaftliche Bereiche hinweg und beginnen bei politischen Entscheidungsträgern und religiösen Würdenträgern.“ Generalsekretär Bin Muammar beschrieb daraufhin einen neuen, innovativen Weg zur Realisierung eines solchen Dialogs, das weltweite KAICIID-Strategienetzwerk, ein langfristig angelegtes Projekt für den Dialog zwischen Religion und Politik und für einen Austausch bewährter Verfahren weltweit. Als das erste Netzwerk dieser Art im Bereich der interreligiösen Bildung war das weltweite Strategienetzwerk im Rahmen des Globalen KAICIID-Forums im November 2013 entstanden. Religiöse Würdenträger, Politiker und Fachleute aus aller Welt kamen in Wien zusammen, um zu untersuchen, wie faktenbasierte interreligiöse und interkulturelle Bildung für ein respektvolles und angemessenes sogenanntes Bild des Anderen sorgen kann, womit das vorherrschende Bild von Anhängern verschiedener Glaubensrichtungen gemeint ist. Die sechste World Policy Conference wurde im Fürstentum Monaco vom Institut français des relations internationales (IFRI) organisiert. Dort kamen prominente Akteure aus Wirtschaft, Politik und Religion zusammen, um über die Herausforderungen des internationalen Regierens zu sprechen, denen sich die Gesellschaft heute gegenüber sieht. An dem Forum „Politik und Religionen“, das von Pierre Morel, dem Leiter des Pharos Observatory of Cultural and Religious Pluralism moderiert wurde, nahmen auch der Ökumenische Patriarch Bartholomäus teil, der die Hauptrede in dem Forum hielt, sowie die KAICIID-Vorstandsmitglieder David Rosen, International Director of Interreligious Affairs beim American Jewish Committee, und Mohammad Sammak, Generalsekretär des National Committee for Christian-Muslim Dialogue, außerdem Marcelo Sanchez Sorondo, Kanzler der Pontifical Academy of Sciences und der Pontifical Academy of Social Sciences; und Senator Mircea Geoana, ehemaliger Außenminister Rumäniens.