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Eine inspirierende Geschichte des interreligiösen Dialogs aus Voitsberg, Österreich

12 Aug 2015
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Im vergangenen Jahr wurden europäische Staaten mit einem beispiellosen Anstieg der Asylanträge konfrontiert. Während Behörden und Bürger in diesen Ländern versuchen, den Flüchtlingen durch das Anbieten von angemessenem Wohnraum und Unterstützung gerecht zu werden, steigt gleichzeitig das Potenzial für interreligiöse und interkulturelle Spannungen in den Gemeinden, in denen die Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden.

In Voitsberg, einer kleinen österreichischen Bergbaugemeinde in der Nähe von Graz arbeitet eine inspirierende interreligiöse Initiative daran, den sozialen Zusammenhalt zwischen der Gemeinde und den etwa 250 Flüchtlingen zu stärken, die derzeit dort untergebracht sind während ihre Asylverfahrens bearbeitet werden. Viele der Asylsuchenden sind aus dem Irak und Syrien, wo wachsende Gewalt und Terror durch extremistische Gruppen derzeit Christen, Muslime und andere Religionsgemeinschaften traumatisiert und dezimiert.

Das Projekt MenschenRechteReligion, welches von der lutherischen Kirchengemeinde Voitsberg mit der Unterstützung der römisch-katholischen Kirche und anderen Gruppen initiiert wurde, ist eine politisch unabhängige, interkonfessionelle Initiative. Sie versucht auf der einen Seite, die lokale Bevölkerung über die kulturell diverse Gruppe von "Fremden" in ihrer Mitte zur Verfügung zu stellen, und auf der anderen Seite, die Asylsuchenden dabei zu unterstützen, nach den traumatischen Erfahrungen, die sie in ihren Heimatländern machen mussten, ein neues Leben in einem neuen Land zu starten.

Die Initiative bietet Chancen den Asylsuchenden dei Möglichkeit, mehr über ihre Wahlheimat zu erfahren, durch Deutsch-Sprachkurse, Sportaktivitäten, Verkehrsschulungen, Kurse im Fahrradreparieren (das primäre Fortbewegungsmittel in der kleinen, ländlichen Gemeinde) und andere kulturelle Veranstaltungen. Sie organisiert auch Treffen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Flüchtlingen, mit dem Ziel, die Neuankömmlinge in den Alltag der Gemeinde zu integrieren.

Die Bemühungen tragen bereits erste Früchte: Die Freundschaft und das gegenseitige Verständnis der lokalen Bevölkerung und der Asylsuchenden wächst. In vielen Fällen sind die Anwohner in der Lage, den Asylsuchenden beim Navigieren durch ihr Asylverfahren zu helfen.

Auch ein Eid al-Fitr Fest im Garten der evangelischen Kirche in Voitsberg organisierte die Initiative und gab der mehrheitlich christlichen Bevölkerung der Stadt so die Möglichkeit, an diesem wichtigen muslimischen Fest teilzunehmen.

Am 12. August 2015 begrüßte das Internationale Dialogzentrum KAICIID eine Gruppe von etwa 60 jungen Asylsuchenden aus dem Irak und Syrien in seinen Räumlichkeiten in Wien zu einem Rundgang durch das Gebäude und einer Einführung in die Arbeit des Zentrums in Syrien und dem Irak. Die Besucher nahmen außerdem an einer Tour durch Wien teil, um so die reiche Geschichte der Hauptstadt ihrer neuen Heimat.

Waseem Haddad, KAICIID Programme Officer und Organisator des Besuchs, drückte seine Bewunderung für die Initiative MenschenRechteReligion und für die Stärke der Asylsuchenden aus. Viele Asylsuchende haben Hochschulausbildung und arbeiteten als Ingenieure, Ärzte, Anwälte und in anderen hochspezialisierten Bereichen, bevor die Gewalt in ihren Ländern sie zur Flucht zwang.

"Es ist leicht sich angesichts der derzeitigen Situation entmutigt zu fühlen. Der Mut dieser Asylsuchenden und die inspirierende Arbeit dieser interreligiösen Initiative aber gibt uns Hoffnung ".

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