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Ein Rahmenprogramm für gesellschaftliches Wohlergehen und intellektuelle Freiheit – auf Basis der Religion

17 Feb 2016

In der heutigen Welt wird Religion oft missbraucht, um Gewalt, Diskriminierung und andere Verletzungen universaler Rechte zu rechtfertigen. Religiöse Gemeinschaften leiden unter Marginalisierung, Vertreibung und –all zu oft – erschreckender Lebensgefahr. Diese systematische Erosion von Werten, die interkommunale Harmonie und Empathie möglich machen, bedroht gesellschaftliche Stabilität.

Religionsführer und Dialogpraktiker arbeiten zusammen, um gegen diesen Missbrauch von Religion vorzugehen. Viele der führenden Experten auf diesem Gebiet kamen am 16. und 17. Februar 2016 bei der 12. Doha Interfaith Dialogue Conference in Doha in Katar zusammen. Dort entwickelten sie Strategien, um diese Herausforderungen anzugehen. Die Konferenz mit dem Titel “Spirituelle und intellektuelle Sicherheit im Licht religiöser Doktrine” bringt jährlich christliche, muslimische und jüdische Religionsführer und Gelehrte zusammen. Diese diskutieren humanitäre Probleme und werben für den interreligiösen Dialog.

Auch KAICIID Direktoriumsmitglied Dr. Mohammad Sammak und Senior Advisor Patrice Brodeur besuchten diese Konferenz und sprachen dort über die Kraft des interreligiösen Dialogs und seine Rolle bei der Entschärfung von interreligiösen Konflikten und der gesellschaftlichen Friedenssicherung. Im Jahr 2013 war Dr. Sammak der erste Preisträger des Doha International Award for Interfaith Dialogue. Er wurde damit für seinen Beitrag zur Verbesserung von inter-konfessionellen Beziehungen geehrt. In diesem Jahr kehrte er zur Konferenz zurück, um dort über die Rolle von Dialog bei der Suche nach Frieden und Wahrheit – sowohl der eigenen Religion als auch in der Religion anderer – zu sprechen. 

"Das Gesamtbild der Diversität und des religiösen Pluralismus zeigt, wie schwierig es ist, eine einzelne moralische Kraft für die Sicherheit spiritueller Humanität aufzubauen”, sagt Dr. Sammak. “Zusätzlich erschwert wird die Situation ist die Tatsache, dass viele religiöse Kulturen auf der Annahme basieren, dass sie allein ein Monopol für die Wahrheit besitzen. Diese Idee ist tief in der Kultur jeder Religion verbunden und genau deshalb ist Dialog essentiell für die Suche nach gemeinsamen Tugenden.”

Dr. Brodeur war Keynote Speaker in der Plenarsitzung mit dem Titel “Religion und ihre Rolle für intellektuelle und spirituelle Sicherheit”. Dort besprach er die Rollen, die Religion und Politik bei der Stärkung von Freiheiten und Bildungschancen spielen, auf deren Basis nachhaltiger Frieden und Gemeinschaftsentwicklung möglich werden.

“Viele religiösen Gemeinschaften und Institutionen sind über lange Zeiträume nachhaltig, weil sie sowohl widerstandsfähig gegenüber menschlichen und natürlichen Veränderungen als auch offen für Transformation und Adaption angesichts neuer Situationen sind”, sagte Dr. Brodeur. “Teil dieser Widerstandsfähigkeit kommt von der Übertragung spiritueller und intellektueller Einsichten die ihren jeweiligen Anhängern helfen, tugendhaftere Menschen zu sein. Wir müssen, jenseits der negativen Schlagzeilen über Religion, auch die guten Nachrichten über den massiven, historischen Paradigmenwechsel anerkennen, der im letzten halben Jahrhundert stattgefunden hat. Dieser wurde unterstützt durch die institutionelle Nutzung des interreligiösen Dialogs, der besseres gegenseitiges Verständnis, eine Entdeckung von Gemeinsamkeiten und darauf folgende Zusammenarbeit, Respekt für reale Unterschiede, und sogar die Lösung historischer Konflikte möglich gemacht hat und hilft Zyklen interreligiöser Gewalt zu durchbrechen. Mehr Gläubige als je zuvor, besonders Entscheidungsträger in institutionellen Hierarchien, bauen auf den Dialog als Weg zur Sicherheit zu finden statt auf den Kampf um Unterschiede.”

In thematisch fokussierten Diskussionsrunden über Themen wie zum Beispiel "Religion und Sicherheit", "Schutz intellektueller Freiheit", "Social Media", "Jugend und der Kampf gegen Extremismus” entwickelten die Experten ein Rahmenprogramm, um diesen Herausforderungen gegenüberzutreten und zukünftige Zusammenarbeit zu planen.