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Diese jungen Menschen gestalten die Zukunft per Dialog

27 Feb 2020

Dialog hilft nicht nur, Menschen anderer Glaubensrichtungen und Kulturen zu verstehen und zu respektieren, sondern ist auch für Menschen im Bereich der nachhaltigen Gemeindeentwicklung, die sich für die Bedürfnisse der am meisten gefährdeten Menschen einsetzen, von wesentlicher Bedeutung.

In der vergangenen Woche versammelte sich eine Gruppe engagierter junger Menschen im Parmarth Nikitan Ashram in Rishikesh, Indien, um eine Ausbildung in Dialog und Konfliktlösung zu absolvieren. Das Programm „Dialog für den Frieden“ stattet junge Menschen mit den Fähigkeiten und Kompetenzen aus, um in ihren lokalen Gemeinschaften Veränderungen herbeizuführen und Führungspersönlichkeiten zu werden.

Dieses Training war auf junge Menschen von Organisationen aus ganz Süd- und Südostasien ausgerichtet, die wichtige Arbeit machen, indem sie Opfer von Depressionen, Radikalisierung und sexueller Gewalt erreichen.

Megha Bhatia: Eine Stimme für jene, die keine Stimme haben

Megha Bhatia, eine in Delhi ansässige Sozialunternehmerin und Gründerin von Ourvoix, setzt sich für die Stärkung von Kindern ein, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden. Ihre Organisation fördert das Bewusstsein für die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch und schafft sichere Räume für die Opfer, in denen sie Hilfe suchen und ihre Erfahrungen austauschen können, ohne Angst vor Schuldzuweisungen oder ungerechtfertigter Scham haben zu müssen.

„Ich persönlich glaube, dass der Dialog eine Lösung für die Probleme der Welt sein kann“, so Megha. „Wir brauchen den Dialog. Wir müssen Meinungen austauschen und Diskussionen initiieren – Dialoge nicht nur auf internationaler Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene und an der Basis“.

 

Hayat Amiree: Die Leidenschaft, um der Gewalt ein Ende zu setzen

Hayat Amiree wurde 1992 während des afghanischen Bürgerkrieges geboren und war sein ganzes Leben lang ein Flüchtling. Er lebt nun in Indien und arbeitet als Cheftrainer für Konfliktlösung bei der „Non-Violence Project Foundation“. Im Rahmen seiner Arbeit beaufsichtigt er den Dialog und die Trainingseinheiten mit Kindern, wobei er Respekt und Einfühlungsvermögen als Mittel zur Bewältigung ihrer Emotionen, zur Lösung von Konflikten und zum Aufbau von Selbstwertgefühl hervorhebt.

„Sprecht mit ihnen. Gebt ihnen die Chance zu sprechen. Respektiert sie, gebt ihnen ein Umfeld, in dem ihre Meinung respektiert wird, egal was passiert. Wenn wir das in unserem Ansatz berücksichtigen, vertraut mir – ich versichere euch, dass wir sichtbare Veränderungen sehen werden.“

Pria Vijayakumar: Soziale und wirtschaftliche Chancen für Frauen

Pria Vijayakumar wuchs in einer konservativen Gemeinschaft auf, in der viele Mädchen ermutigt werden, nach der Schule zu heiraten und eine Familie zu gründen, anstatt an der Universität zu studieren oder durch eine Karriere wirtschaftliche Unabhängigkeit zu suchen.

„Mir wurde klar, dass es viele Mädchen wie mich gibt, die wirklich etwas für die Gesellschaft tun wollen, aber sie werden verdrängt oder eingeschränkt“, erzählt sie. „Aber wenn ihnen jemand hilft, können sie aus ihrer Familiensituation herauskommen und Dinge zum Wohle ihrer selbst und der Gesellschaft tun.“

Heute arbeitet sie mit „Create“ in Sri Lanka zusammen und hilft anderen Frauen in ihrer Gemeinschaft bei ihren Studien und ermutigt sie, unabhängig zu sein und eine Atmosphäre des Dialogs in ihren Familien zu schaffen.

„Wenn du im Leben eines anderen Menschen eine Veränderung bewirken kannst, bedeutet das viel. Ich weiß, wie es wäre, wenn man den eigenen Träumen nicht folgen würde. Wenn ich also jemandem helfen kann, seine oder ihre Träume zu verwirklichen oder das zu bekommen, was er oder sie im Leben erreichen will, dann wäre das das Beste, was ich für die Gesellschaft tun kann.“

Saumya Aggarwal: Junge Menschen - die heutigen Leader

Saumya Aggarwal arbeitet mit der Organisation „Youth for Peace International“, die sie auch gegründet hat. Sie führt Dialoge in Gemeinschaften und hält Schulungen zur Konflikttransformation, Rehabilitation und Unterstützung der psychischen Gesundheit von Rohingya-Flüchtlingen in Indien ab.

„Wir versuchen, mit jungen Menschen in Dialog zu treten, um sicherzustellen, dass sie ihre Gefühle teilen.“ Es ist wichtig, dass verletzliche und marginalisierte Menschen das Gefühl haben, dass „es eine Gemeinschaft um sie herum gibt, zu der sie aufschauen können, wenn sie Probleme haben“.

Zuletzt hat Saumya an einer nationalen Jugendpolitik in Indien gearbeitet, um die Perspektiven der Jugend in die Politikgestaltung einzubeziehen.

„Selbst wenn wir jungen Leute nicht ausreichend ausgebildet und qualifiziert sind, verfügen wir über die Fähigkeiten, Einstellungen und Werte, um tatsächlich darüber nachzudenken, wie die Zukunft aussehen sollte und was wir auf politischer Ebene beitragen können. Wir wollen als gleichberechtigte Akteure betrachtet werden – nicht nur als Opfer, nicht nur als Täter. Ich denke, die Welt kann die Energie und das Potenzial junger Menschen nutzen.“