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“Von der Diskussion zur Umsetzung”: KAICIID-Generalsekretär ermahnt Teilnehmer bei Konferenz über Rechte von religiösen Minderheiten

27 Januar 2016
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Faisal Bin Abdulrahman Bin Muaammar

KAICIIDs Generalsekretär, Faisal Bin Muaammar ermahnte die Führer der arabischen Welt, täglich gegen die Probleme vorzugehen, mit denen Christen und Muslime konfrontiert sind, die unter den Gräueltaten des sogenannten IS oder denen anderer, ähnlicher Gruppen leiden.

Der Generalsekretär sprach während eines Forums im Rahmen der Konferenz “Rechte religiöser Minderheiten in vornehmlich muslimischen Gemeinschaften”, die vom 25. bis 27. Januar in Marrakesch in Marokko stattfand und vom Ministerium für Schenkungen und Islamische Angelegenheiten des Königreichs Marokko und dem Forum für die Förderung des Friedens unter der Schirmherrschaft von Sheikh Abdallah bin Bayyah organisiert worden war.

Die KAICIID-Direktoriumsmitglieder Dr. Mohammad Sammak, Rabbi David Rosen, Reverend Kosho Niwano und Dr. Sayyed Ataollah Mohajerani waren ebenfalls bei der Konferenz anwesend.

Der KAICIID-Generalsekretär dankte dem Königreich Marokko und Scheich Bin Bayyah für ihr Engagement und ihren Visionärsgeist bei der Organisation der Konferenz.

Bin Muaammar sagte: “Theologische Studien und die Durchsicht historischer und religiöser islamischer Schriften sind sehr wichtig in dieser Diskussion. Was aber vielleicht noch wichtiger ist, sind die Handlungen, die folgen. KAICIIDs Erfahrungen mit diesen Herausforderungen zeigen, dass es einen dringenden Bedarf für ein gemeinsames Vorgehen von christlichen und muslimischen Führern: gemeinsame Arbeit an Problemen, die beide Gruppen betreffen. Aktionen sind notwendig bezüglich der alltäglichen und lokalen Probleme, mit denen Christen und Muslime konfrontiert sind, die die Gräueltaten vom sogenannten IS und anderen, ähnlichen Gruppen ertragen müssen.”

Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass Gewalt niemals durch Religion gerechtfertigt werden kann.

Der Generalsekretär erklärte KAICIIDs Arbeit im Rahmend der United Against Violence in the Name of Religion Initiative, die versucht, gemeinsame Bürgerschaft und sozialen Zusammenhalt in der arabischen Welt und anderswo zu fördern, indem sie religiöse Führer und politische Entscheidungsträger dazu anspornt, gemeinsam an Projekten zu arbeiten.

Das KAICIID-Treffen in Wien im November 2014 führte zu einer öffentlichen Solidaritätsbekundung und Erklärung der Inklusion, ausgesprochen von den höchsten Repräsentanten religiöser Gemeinschaften des Nahen Osten. Diese bekräftigten: “Jedes religiöse, ethnische, kulturelle oder sprachliche Erbe ist unersetzbarer und tief in der Geschichte verwurzelter Teil der arabischen Kultur. Sie alle tragen zur Leuchtkraft und Verschiedenartigkeit dieser Gemeinschaften bei. Wir bekräftigen, dass jeder Mensch wichtig für die Zukunft dieser Gemeinschaften, die mit den gleichen Rechten und Pflichten koexistieren, ist um Solidarität zwischen Muslimen und Christen im Nahen Osten zu schaffen.”

Als Empfehlung, die aus diesem ersten Treffen erwachsen ist, entwickelt KAICIID ein Netzwerk arabischer theologischer Fakultäten (erstes Treffen im November 2015), welches darauf abzielt, eine Bildungslandschaft zu entwickeln, die religiöse und kulturelle Vielfalt fördert sowie eine Kultur des Dialogs und des Respekts für andere.

Als eine weitere Folge aus diesem Treffen arbeitet KAICIID daran, positive Kampagnen zu entwickeln, die extremistische Kampagnen bekämpfen sollen und trainiert Religionsführer in der Benutzung sozialer Medien zur Verbreitung ihrer Botschaften. Das erste Training fand im letzten Jahr in Amman statt. Vier weitere Trainingskurse sind geplant.

Im September ermöglichte KAICIID gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchat und dem hellenischen Außenministerium eine Diskussion zur Beziehung zwischen Christen und Muslimen im Nahen Osten, mit speziellem Augenmerk auf der Erhaltung und dem Schutz der christlichen Gemeinschaften.

Adama Dieng, spezieller Berater der UN für die Verhinderung von Genoziden rief die Teilnehmer in seiner Rede dazu auf, bei der Umsetzung des Fez Aktionsplanes mitzuwirken, einer von KAICIID unterstützten Initiative, die für die Erhaltung der Staatsangehörigkeit von religiösen Minderheiten kämpft.

Die Konferenz in Marrakesch bringt Muftis, Minister, Forscher und Gelehrte verschiedener Religionen zusammen. Die Veranstaltung wurde von Seiner Majestät, König Mohammed VI von Marokko eröffnet.

Die Konferenz von Marrakesch hofft, die historische "Gemeindeordnung von Medina”, die erste Verfassung der Welt, wiederzubeleben.

Die Konferenz ist auch der Versuch, einen religiösen Rahmen für vertragliche Staatsbürgerschaft und Minderheitenschutz zu entwickeln, um muslimische Gemeinschaften anzuspornen, eine große Bewegung zum Schutz von Minderheiten in islamischen Ländern zu schaffen.