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Projekt-Überblick: Programm für Kleinststipendien in Nigeria

18 Aug 2019

Christliche und muslimische Studierende der Polytechnischen Universität Kaduna nahmen an mehreren Workshops teil, in denen sie lernten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Hassrede zu bekämpfen und die Unterschiede des jeweils anderen zu schätzen. Kaduna, ein Bundesstaat in Zentralnigeria, besteht aus christlichen und muslimischen Gemeinschaften, die manchmal wegen vermeintlicher Unterschiede und Gerüchten, die sich unkontrolliert verbreiten, miteinander in Konflikt geraten. Die folgenden jungen Christen und Muslime zögerten zunächst, an dem Dialogprojekt teilzunehmen, sind aber nun enge Freunde und engagieren sich für Dialog und interreligiöse Solidarität. Dieses Projekt wurde von KAICIID als Teil des „Programms für Kleinststipendien in Nigeria“ finanziert, das zahlreiche Gemeinden in ganz Nigeria erreichte.


„Wir sind mit Vorurteilen aufgewachsen, die es schwierig machten, miteinander in Kontakt zu treten. Obwohl wir auf die gleichen Schulen gegangen sind, unterlagen wir diesen Stereotypen. Doch dann habe ich an diesem Programm teilgenommen und gelernt, andere besser zu verstehen. Wir müssen kommunizieren, wir müssen Dialog führen, denn man muss jemanden kennenlernen, um ihn besser zu verstehen.“ - Emmanuel Adams

„Wir scheitern daran, miteinander in Dialog zu treten. Das führt zu Uneinigkeit. Wenn wir Dialog führen, lernen wir tatsächlich zu verstehen, was man uns zu sagen versucht. Dabei ist es nicht so wichtig zuzustimmen. Beim Dialog geht es darum, den anderen zu verstehen, anstatt zuzustimmen. Dialog ist wichtig für unser Leben. Wir müssen nicht streiten, es ist einfacher, einander zu verstehen. Wenn wir Dialog führen, verstehen wir den Standpunkt des anderen und er/sie versteht meinen. Wir lernen zu verstehen, dass unsere Positionen unterschiedlich sind.“ - Simbiat Murtala 

„Früher war es für mich nicht möglich, zu einem Christen Salaam zu sagen. Ich fragte mich: 'Warum sollte ich das zu einem Christen sagen?' Aber Salaam bedeutet Frieden, und jetzt sage ich das zu all meinen christlichen Freunden. Wir sind einander näher gekommen und verstehen nun, dass wir aus der gleichen Familie kommen. Als sie auf mich zukamen, um an diesem Projekt teilzunehmen, habe ich mich gefragt: 'Warum macht er das? Warum bringt er muslimische und christliche Menschen zusammen?'. Das war meinem Vorwissen geschuldet. Als wir zusammenkamen und das Programm starteten, da wurde mir klar: 'Wow, der Christ ist nicht mein Feind.'“ - Ghaddafi Yusuf Baba

„An einem Punkt in meinem Leben war es eine Herausforderung für mich, alleine an einer Moschee vorbeizugehen. Wenn ich Muslime sah, war ich immer besorgt, dass sie mich angreifen würden. Durch dieses Programm hat sich meine Wahrnehmung geändert. Wir haben uns angenähert und sie sind mir so ans Herz gewachsen. Ich begann zu sehen, dass Menschen aus verschiedenen Religionen eins sind. Sie beten auf der Grundlage ihres eigenen Glaubens, lasst mich auf der Grundlage meines Glaubens beten und lassen wir Frieden herrschen.“ - Joseph Uloko

„Vor dem Training fand ich es schwierig, mit Menschen zu kommunizieren, die nicht christlich sind. Nach dem Programm habe ich verstanden, dass unsere Religionen zum Frieden führen.“ - Dauda Auwal

„Nigeria hat 200 verschiedene Sprachen, verschiedene Stämme, verschiedene Kulturen. Während unserer Kindheit wurden wir indoktriniert zu denken: 'Wenn du diesen Mann siehst und er ist ein Muslim, sei vorsichtig!' oder 'Wenn er ein Christ ist, sei vorsichtig!'. Das war eine der Hauptursachen für das Misstrauens, das wir vor der Teilnahme an diesem Programm hatten.“ - Gabriel John

„Wir wollen schauen, wie wir den Dialog in unsere eigene Gesellschaft bringen können. Als ich von diesem Programm zurückkam, wollte ich mich mit dem Präsidenten meiner Organisation treffen, um zu teilen, was ich gelernt habe. Für mich war es eine große Chance, dabei zu sein, und jetzt ist es mein Ziel, andere aufzuklären.“ - Shamsudeen Babandi

Simbiat und Joseph, eine Muslimin und ein Christ, kannten einander vor dem Programm nicht. Von Anfang an waren sie, wie viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch, zurückhaltend, was das gegenseitige Kennenlernen angeht. Doch nachdem sie sich die Zeit für Dialog und das gegenseitige Kennenlernen genommen haben, verstehen und schätzen sie ihre Unterschiede. Jetzt können sie in Freundschaft und Respekt miteinander umgehen und beide sind offen für Dialog und Zusammenarbeit.

„Ich habe festgestellt, dass unsere Positionen sehr unterschiedlich sind, aber wir können einander trotzdem verstehen.“ - Simbiat

„Wir können auf dem Campus nicht aneinander vorbeigehen, ohne uns zu grüßen. Wir haben so viele Freundinnen und Freunde gefunden, unabhängig von der Religion, auch wenn wir uns nicht die Hände schütteln. Ich beschütze sie.“ - Joseph

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